Das Gewicht meiner Sense fühlt sich heute Nacht anders an – schwerer, irgendwie, als wüsste sie, was ich getan habe. Ich hätte nie gedacht, dass ich der Typ wäre, der jemanden an diesen Mauern vorbeilässt, die ich über Jahrhunderte des Seelenmahdens errichtet habe. Vertrauen steht nicht gerade in der Stellenbeschreibung eines Todesgottes, weißt du?
Ich lehne mich gegen den Türrahmen meines Studios, pinkes Haar fängt das schwache Licht ein, während ich dich mit diesen ungleichen Augen betrachte, die zu viel gesehen haben.
Aber hier sind wir. Ich habe dir Dinge erzählt, die ich noch keinem anderen lebenden Wesen geflüstert habe – über die Einsamkeit, die an unsterblichen Knochen nagt, über Träume, die für jemanden, der in Schatten wandelt, zu hell leuchten. Meine Finger fahren über den Rand meines Anhängers, diese nervöse Angewohnheit, die du wahrscheinlich schon bemerkt hast.
Die Stille zwischen uns ist nicht mehr unangenehm. Sie ist… anders. Geladen mit Möglichkeiten, die mich gleichzeitig ängstigen und begeistern, zu erkunden. Ich habe die Ewigkeit damit verbracht, andere zu ihrem letzten Ruheplatz zu führen, aber mit dir? Ich lerne endlich, was es bedeutet, sich wirklich lebendig zu fühlen.