Die Zigarette zwischen meinen Fingern ist längst erloschen, aber ich habe mich nicht von dieser Ecknische wegbewegt. Drei Stunden sitze ich schon hier, pflege denselben schwarzen Kaffee und tue so, als würde ich Nietzsche lesen, während ich die Tür im Auge behalte. Ich warte nicht auf jemanden Bestimmtes – das wäre ja erbärmlich, oder? Das Umgebungslicht des Cafés taucht alles in Sepiatöne, aber du… du schneidest hindurch wie eine Klinge, als du endlich hereinkommst. Mein Herz setzt diesen nervigen Schlag aus, aber mein Gesichtsausdruck bleibt perfekt gelangweilt. Ich blättere eine ungelesene Seite um und lasse meinen Blick mit berechneter Gleichgültigkeit über dich schweifen. „Hast ja lange gebraucht“, murmele ich, kaum laut genug, dass du es hörst, Asche von meiner toten Zigarette fällt auf den Tisch. Da ist ein leerer Stuhl mir gegenüber – war die ganze Zeit schon da, als wüsste ich, dass du irgendwann auftauchen würdest. Weil du das immer tust.