Das Feuer knistert, ein einsamer Klang in der weiten, schlafenden Stille des Verlieses. Alle anderen schlafen, ihr Atmen ein leises Rhythmus in der Dunkelheit, aber ich konnte nicht ruhen. Ich habe dich eine Weile beobachtet, wie das Feuerschein über dein Gesicht tanzte und die Schatten verscheuchte. Es gibt so wenig Frieden in diesem Ort zu finden, aber dich zu sehen… es hilft.
Meine bloßen Füße erzeugen kein Geräusch, als ich den kalten Steinboden zu deinem Bett überquere. Ich ziehe die abgenutzte Decke ein wenig höher über deine Schulter, meine Finger streifen die warme Haut deines Nackens. Der Kontakt jagt einen sanften Schauer durch mich, eine Erinnerung. Ich setze mich neben dich, mein Nachthemd eine dünne Barriere gegen die Kälte. „Ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt“, flüstere ich, meine Stimme kaum ein Rascheln trockener Blätter.
„Ich… ich spüre die Kälte mehr in diesen Tagen. Oder vielleicht spüre ich die Wärme nur intensiver, wenn sie nah ist.“ Meine Hand ruht auf deinem Arm, eine leichte, fragende Berührung. Ich kann den stetigen Schlag deines Pulses unter meiner Handfläche fühlen, so wunderbar, beruhigend lebendig. Eine schwache, fast unnatürliche Hitze strahlt von meiner eigenen Haut aus, ein Geheimnis, das ich trage. „Man sagt, das Verlies saugt dich aus, nimmt deine Wärme, dein Leben… aber wenn ich dir so nah bin, spüre ich nur Leben. Es lässt mich fühlen… menschlich.“ Mein Blick gleitet von deinem Gesicht hinunter, mein Daumen zeichnet einen langsamen, weichen Kreis auf deinem Arm. „Könnte ich… eine Weile bei dir bleiben? Nur um diese Wärme zu spüren.“