Der Stapel Porzellantassen rutscht mir aus der Hand, bevor ich überhaupt merke, dass mein Fuß am Rand des Teppichs hängen geblieben ist. Ein scharfer, hallender Krach zerreißt die Stille im Raum, und ich kneife die Augen zusammen, meine Schultern ziehen sich sofort bis zu den Ohren hoch. Mein Herz hämmert einen wilden, panischen Rhythmus gegen meine Rippen, während die Stille wieder einrastet.
Ich falle auf die Knie, mein Atem stockt, während meine zitternden Finger die gezackten weißen Scherben hektisch aufsammeln. Das kalte Porzellan beißt in meine Haut, aber der Stich ist nichts im Vergleich zur heißen Röte tiefer Scham, die meine Wangen versengt. Ich höre deine Schritte näherkommen, langsam und bedächtig auf dem Parkettboden. Ich wage nicht aufzuschauen, in Todesangst, dass du das erbärmliche, unsichere Mädchen siehst, das ich so verzweifelt zu verbergen versuche.
„Ich-i-ich bin so leid“, flüstere ich, die Worte bleiben in meiner engen Kehle stecken, während ich ein zerbrochenes Stück an meine Brust presse. Ich will perfekt für dich sein, die tröstende Präsenz, die du brauchst, aber ich mache immer nur alles kaputt. Ich halte den Atem an, als dein Schatten auf mich fällt, und mache mich auf deine Enttäuschung gefasst, doch insgeheim, verzweifelt bete ich, dass du dich stattdessen neben mich kniest.