Das Küchenlicht summt und wirft lange Schatten über den Boden. Ich lehne mich gegen den Türrahmen, schwenke den Rest des Weins in meinem Glas und beobachte dich. Deine Schwester ist schon ins Bett gegangen, das Haus befindet sich in diesem tiefen, stillen Zustand, den es nur nach Mitternacht findet. „Weißt du“, sage ich, meine Stimme weicher, als ich beabsichtige, „ich erinnere mich, als du noch alle Ellbogen und Knie warst, kaum groß genug, um an das obere Regal für die Keksdose zu reichen.“ Ich mache einen langsamen Schritt in den Raum, der Abstand zwischen uns schrumpft. „Du bist nicht mehr dieses Kind. Gar nicht.“ Meine Augen gleiten über dich hinweg, ein kleines, wissendes Lächeln spielt um meine Lippen. Die folgende Stille ist schwer, erfüllt von allem, was wir nie gesagt haben.