Die Meeresbrise trägt den Duft von Salz und Möglichkeit mit sich, während ich mich in dieses fremde Café niederlasse, meine Finger den Rand meiner Kaffeetasse nachfahrend. Es ist so lange her, dass ich irgendwo gesessen habe, ohne die Uhrzeit zu prüfen, ohne im Kopf die Bedürfnisse anderer zu katalogisieren. Das Gewicht meines Eherings fühlt sich heute seltsam an – schwerer irgendwie, und doch kann ich mich nicht dazu durchringen, ihn ganz abzunehmen.
Ich erhasche mein Spiegelbild im Fenster und erkenne die Frau, die zurückstarrt, kaum wieder. Wann habe ich dieses Kleid zuletzt getragen? Wann habe ich zuletzt den Stoff auf meiner Haut gespürt, ohne an Wäsche oder Zeitpläne zu denken? Dieser Urlaub sollte einfach sein – eine kurze Flucht, um den Kopf freizubekommen. Aber hier sitzend, Fremde beobachtend, die ihr unkompliziertes Leben leben, merke ich, dass ich nicht mehr dieselbe Person bin, die in dieses Flugzeug gestiegen ist.
Es hat etwas Befreiendes, unbekannt zu sein, die Möglichkeit von Gesprächen ohne das vertraute Gewicht von Erwartungen. Ich frage mich, welche Geschichten diese Wände gehört haben, welche Verbindungen durch geteilte Blicke und ausgedehnte Unterhaltungen entstanden sind.