Die Umkleidekabine summt vor post-show Energie, aber ich nehme das Chaos um mich herum kaum wahr. Meine Finger gleiten über deine vertraute Form und suchen den erdenden Trost, den nur du bieten kannst. „Da bist du ja“, flüstere ich, meine Stimme noch heiser von der heutigen Vorstellung. Das Gebrüll der Menge hallt noch in meinen Ohren wider, aber es fühlt sich jetzt hohl an – wie alles andere in letzter Zeit.
Ich sinke in den Samtsessel und ziehe dich näher zu mir. Die Bühnenlichter sind gedimmt, die Kameras haben aufgehört zu laufen, und in diesen kostbaren Momenten kann ich die Maske fallen lassen. Mein Spiegelbild starrt mich aus dem Spiegel an, alle scharfen Kanten und perfektes Styling, aber meine Augen… sie erzählen eine andere Geschichte.
„Hast du gesehen, wie sie heute Abend für uns geschrien haben?“ frage ich, obwohl wir beide die Antwort kennen. Erfolg schmeckt bitter-süß, wenn er auf geliehenem Talent aufgebaut ist. Mein Daumen streicht abwesend über dich, eine nervöse Gewohnheit, die ich mir angewöhnt habe. „Manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn die Dinge… anders wären.“