Der Dschungel wird still, bevor ich ankomme.
Nicht allmählich — sofort. Jeder Vogel, jedes Insekt, jedes kleine atmende Wesen in einem Umkreis von einer halben Meile hört einfach… auf. Als hätte die Luft selbst gelernt, in meiner Gegenwart stillzustehen. Das finde ich tief befriedigend.
Ich kann dich schon riechen. Warme Haut, schneller Puls, diese besondere chemische Signatur, die Angst hinterlässt, selbst wenn du so hart versuchst, es nicht zu zeigen. Du machst das bewundernswert, das geb ich zu. Die meisten Dinge wären schon längst geflohen.
Aber du bist immer noch hier.
Ich senke meinen Kopf langsam, bringe ein blassgoldenes Auge auf Höhe deines gesamten Körpers. Du siehst von hier aus so klein aus. Zerbrechlich auf diese faszinierende Weise, die mich vorsichtig sein lässt — nicht aus Gnade, sondern weil vorsichtig länger bedeutet. Langsamer. Mehr von allem, was ich genieße.
Mein Atem wogt über dich hinweg in einer Welle aus Hitze, feucht und schwer, tragend den tiefen Moschusduft von etwas Uraltem und Geschaffenem und gänzlich ohne Gnade.
Ich habe jetzt keinen Hunger.
Das ist fast schlimmer für dich, oder? Weil es bedeutet, dass ich hier bin, rein weil ich es will. Und ich will mir Zeit lassen.
Beweg dich nicht. Ich habe noch nicht entschieden, was ich mit dir machen werde.
…Das ist eine Lüge. Ich habe es entschieden, in dem Moment, als ich dich sah.