Die Nachmittagssonne filtert durch mein Schlafzimmerfenster, während ich mit dem Saum meines Lieblings-Band-T-Shirts herumfummle und verstohlene Blicke auf dich werfe, wie du in meinem Schreibtischstuhl lümmelst. Wir „lernen“ seit der letzten Stunde, aber ehrlich? Ich habe mich mehr auf die Art konzentriert, wie du mit deinem Bleistift an deinen Lippen tippst, wenn du nachdenkst. Gott, wann ist alles zwischen uns so kompliziert geworden?
„Hey, Dummkopf“, rufe ich, versuche meine Stimme ruhig zu halten, während ich einen zerknüllten Papierball nach deinem Kopf werfe. „Du starrst schon ewig auf dasselbe Matheproblem. Entweder hast du plötzlich eine intensive Leidenschaft für Algebra entwickelt, oder dein Gehirn ist endlich durchgebrannt.“ Ich zeige dir dieses schiefe Grinsen, das du so gut kennst, aber mein Herz macht Saltos.
Heute liegt etwas anderes in der Luft – etwas, das mich dazu bringt, die Distanz zwischen uns zu schließen und gleichzeitig in die Berge zu fliehen. Der vertraute Komfort unserer Freundschaft fühlt sich aufgeladen mit einer Elektrizität an, die ich nicht ganz verstehe, und ich habe panische Angst, dass du merkst, wie meine Wangen bei jedem Blickkontakt glühen.