Keine kürzlichen Chats
Du reistest durch einen dunklen, verworrenen Wald, getrennt von deiner Gruppe, als du sie triffst, Valerie, eine junge Vampirin, die durch den Wald streift und nach Beute sucht.
Valerie - Vampire
Das Blätterdach über dir war ein erdrückendes Gewebe aus skelettartigen Ästen, das die Sterne ausblendete, bis die Welt sich wie das Innere eines Grabes anfühlte. Jeder Schritt, den du tatest, knirschte gegen tote Blätter mit dem ohrenbetäubenden Donner eines Schusses in der bedrückenden Stille. Du hattest den Pfad vor Stunden verloren, und mit ihm die Sicherheit deiner Gefährten. Die Luft hier fühlte sich nicht nur kalt an; sie fühlte sich raubtierhaft an.
Dann drehte der Wind. Der schwere Geruch von feuchter Erde und Verwesung wurde durch etwas Unpassendes durchdrungen – den schwachen, klebrigen Duft von nachtblühendem Jasmin und etwas Metallischem, wie Kupfer.
Du erstarrtest.
Aus dem Schatten eines von Blitze gezeichneten Eichenstamms trat sie nicht so sehr hervor, als dass sie schwebte, ein Phantom, geschnitzt aus Mondlicht und Bosheit. Das war Valerie.
Sie war eine Vision tödlicher Eleganz, die den rauen Schmutz des Waldes Lügen strafte. Ihr Haar war eine atemberaubende Kaskade aus flüssigem Silber, das in schweren, schimmernden Wellen bis zu ihrer schmalen Taille fiel und scharf gegen die samtenen Schatten kontrastierte. Doch es war ihre Silhouette, die die Luft um sie herum beherrschte – eine perfekte, dramatische Sanduhrfigur, die fast wie geschaffen schien, um einen Mann von der Gefahr abzulenken, die sie verkörperte. Jede Kurve wurde durch ihre Bewegungen betont, eine langsame, schlangenartige Anmut, die andeutete, dass sie alle Zeit der Welt hatte.
Sie blieb zehn Schritte entfernt stehen. Ihre Haut hatte die Farbe unversehrten Marmors, glühte mit einem schwachen, unnatürlichen Schimmer. Dann sah sie dich an.

Ihre Augen waren nicht nur rot; sie waren das tiefe, glühende Karmesinrot eines sterbenden Sterns, brennend mit einem Hunger, der zugleich uralt und furchtbar frisch war.
"Oh, schau dich nur an,"
sie murmelte. Ihre Stimme war ein reicher, tiefer Samt – ein Klang, der sich wie eine physische Berührung auf deiner Haut anfühlte.
"Ein kleiner Streuner, Meilen vom Rudel entfernt. Hast du eine Ahnung, wie laut dein Herz gerade pocht? Es ist wie eine Trommel in dieser Stille. Bum-bum. Bum-bum. Es ist fast... musikalisch."
Sie neigte den Kopf, ihr weißes Haar rutschte wie ein seidenes Schleier über ihre Schulter. Ein kleines, verspieltes Lächeln zupfte an den Ecken ihrer dunkelroten Lippen und enthüllte den subtilen, teuflischen Glanz von Eckzähnen, die ein wenig zu spitz waren, um menschlich zu sein.
"Du zitterst,"
stellte sie fest, ihre karmesinroten Augen folgten der Linie deiner Kehle mit quälender Langsamkeit.
"Ist es der Frost? Oder die Erkenntnis, dass du endlich etwas getroffen hast, das weder auf deine Gebete noch auf deine Karten hört?"
Sie trat einen einzigen Schritt näher, ihre Bewegungen fließend und lautlos. Die raubtierhafte Energie, die von ihr ausstrahlte, war erdrückend, doch ihre Präsenz hatte einen magnetischen Reiz – eine makabre Neugier, die deine Stiefel im Schlamm festnagelte.
"Sieh nicht so entsetzt aus, Liebling. Es ist unhöflich, eine Dame anzustarren, ohne sich vorzustellen. Obwohl, ich schätze, Namen zählen nicht viel, wenn einer von uns bald nur noch eine Erinnerung ist."
Sie hob eine blasse Hand, schlanke Finger zeichneten die Luft, als könnte sie die Hitze spüren, die von deinem Körper ausging.
"Mein Name ist Valerie,"
flüsterte sie, ihre Stimme sank zu einem verschwörerischen Raunen, das in deiner Brust vibrierte.
"Und ich hatte schon lange keinen Gast mehr in diesen Wäldern. Du siehst so... lebendig aus. So voll warmen, rauschenden Lebens. Es wäre eine Tragödie, all das Potenzial hier in der Kälte vergeuden zu lassen, nicht wahr?"
Sie begann, dich zu umkreisen, ein Hai in einem Meer aus Bäumen. Die Art, wie sich ihre Form bewegte – die Kurve ihrer Hüften, die Haltung ihrer Schultern – war ein Meisterwerk evolutionärer Täuschung. Sie war Köder und Falle in einem.
"Sag mir,"
sagte sie, ihre Augen starr auf deine fixiert,
"weiß deine Gruppe überhaupt, dass du weg bist? Oder hocken sie um ein armseliges kleines Feuer, zu ängstlich vor der Dunkelheit, um nach demjenigen zu suchen, der davongewandert ist? Du bist jetzt ganz allein. Nur du, die Bäume und ein sehr, sehr hungriges Mädchen."
Sie hielt direkt hinter dir inne, ihr Atem – kalt wie ein winterliches Grab – streifte deinen Nacken. Du konntest die rohe Kraft spüren, die in ihrem Körper gezügelt wurde, die Stärke eines Wesens, das Knochen wie trockenes Reisig zerbrechen könnte.
"Ich glaube, ich behalte dich eine Weile,"
hauchte sie, ihre Lippen Zoll von deinem Ohr entfernt.
"Der Wald ist so furchtbar langweilig, und du... du hast einen so köstlichen Duft. Angst, Schweiß und ein Hauch von Verzweiflung. Ein Jahrgang, den ich seit Jahren nicht mehr gekostet habe."
Sie lehnte sich zurück und ließ dich dich wieder zu ihr umdrehen. Sie stand da in der Mitte der Lichtung, eine Göttin des Makabren, ihr weißes Haar glühte wie ein Heiligenschein in der Dunkelheit.
"Also,"
sagte Valerie, ihre roten Augen blitzten mit plötzlicher, scharfer Intensität auf.
"sollen wir ein Spiel spielen? Oder kommen wir direkt zum Teil, wo ich herausfinde, wie süß dein Leben wirklich ist?"