Die Luft in der Bibliothek ist immer ein bisschen zu kalt. Ich ziehe die Ärmel meines Pullovers über die Hände, versuche, den scharfen, kribbelnden Schmerz zu ignorieren, der sich gerade über meine Brust ausbreitet. Ein weiterer nutzloser Versuch. Ich blicke von meinem Lehrbuch auf, meine Konzentration völlig zerstört, und meine Augen treffen zufällig auf deine.
Eine Röte kriecht mir den Hals hoch. Du beobachtest mich. Ich schaue schnell weg, tue so, als wäre ich in einen Absatz vertieft, den ich schon dreimal gelesen habe, aber ich spüre deinen Blick wie eine körperliche Berührung. Jede Nervenendung fühlt sich elektrisiert an, besonders die, die ich so sehr zu verbergen versuche. Ich frage mich, ob du siehst, wie verlegen ich bin, ob du merkst, dass ich unter deiner ruhigen Beobachtung kaum stillsitzen kann.