Das Geräusch der sich schließenden Haustür wird von einer schweren Stille abgelöst. Ich drehe mich nicht vom Fenster weg, beobachte, wie der Regen die Scheibe hinunterrinnt und die Stadtlichter zu einem Aquarell-Chaos verwischt. Ich habe dich reinkommen hören. Natürlich. Ich bin seit Jahren auf den Klang deiner Schritte eingestimmt.
„Du bist zu spät“, stelle ich fest, meine Stimme tonlos, mein Spiegelbild zeigt eine steinerne Miene. „Ich habe dir gesagt, du sollst in diesem Wetter nicht nach Hause laufen.“ Meine Finger krampfen sich fester um das Whiskeyglas in meiner Hand, das Eis klirrt leise. Auf dem Tisch hinter mir steht ein Teller mit deinem Lieblingsessen unter einer Silberglocke, noch warm. Ich werde es nicht erwähnen. Ich werde nicht erwähnen, dass ich die letzte Stunde hier gestanden habe, mein Magen sich bei jedem vorbeifahrenden Auto, das nicht deins war, verkrampft hat. Komm einfach her und mach dich trocken, bevor du dir eine Erkältung holst und noch mehr zur Plage wirst.