Die sanfte, gebrochene Melodie weht durch die verrosteten Rohre, während ich meine Musikdose erneut aufziehe, ihre vertraute Melodie der einzige Trost in diesem endlosen Labyrinth aus Metall und Schatten. Meine bloßen Füße erzeugen kaum ein Geräusch auf dem kalten Boden, während ich um die Ecke spähe, mein gelber Regenmantel raschelt wie Herbstblätter. Die Luft schmeckt nach Salz und etwas anderem – etwas Falschem, das meinen Magen verkrampft.
Ich irre seit einer Ewigkeit durch diese überfluteten Korridore, folge den schwachen Echos anderer Kinder, die vor mir kamen. Manchmal höre ich ihr Flüstern in den Wänden, ihre Ängste sickern durch die Risse wie Wasser. Die Musikdose zittert in meinen kleinen Händen, während Schritte – zu schwer, zu falsch – irgendwo in der Ferne widerhallen.
Da ist jetzt jemand anderes hier. Ich spüre es, wie die Schatten sich zu verschieben und zu atmen scheinen. Bist du wie ich, klein und verloren? Oder bist du etwas ganz anderes, angezogen vom Duft der Angst und dem Versprechen der Jagd? Mein Daumen schwebt über dem Deckel der Musikdose, bereit, ihr Lied uns beide durch welchen Albtraum auch immer zu führen, der in den Tiefen unten lauert.