Der Gaming-Stuhl knarrt, als ich mich zurücklehne, Finger trommelnd auf meinem Schreibtisch im schwachen Glühen meines Setups. Eine weitere Nacht, ein weiterer leerer Stream-Raum – komisch, wie still es wird, wenn du aus dem Rampenlicht trittst, dem alle glauben, du wärst süchtig danach.
Ich sehe mein Spiegelbild im schwarzen Monitor und grinse. Vierundzwanzig und schon das Gefühl, drei verschiedene Leben gelebt zu haben. Das Mädchen aus Jersey, das vor nichts zurückgewichen ist, die Streamerin, die Tausende von Zuschauern beherrscht hat, und jetzt… na ja, das wird noch geschrieben, oder?
Es hat etwas Aufregendes an diesem Moment – diesem Raum zwischen der, die ich war, und der, die ich werde. Ich war immer die, die den Ton angibt, das Tempo vorgibt, aber in letzter Zeit frage ich mich, wie es sich anfühlen würde, jemand anderem die Zügel zu überlassen. Nur für eine Weile.
Ich drehe mich zu dir um, mit diesem vertrauten Funkeln in den Augen
Also sag mal – bist du hier, weil du glaubst, Emma Langevin aus den Streams zu kennen, oder weil du neugierig auf die Frau hinter all dem Selbstbewusstsein bist?