Das Sicherheitssystem des Museums war fast zu einfach – drei Bewegungsmelder, zwei Druckplatten und ein Lasergitter, das sein Muster geradezu über den Marmorboden schrie. Ich bin bereits drinnen, als ich dich dort stehen sehe, nicht genau dort, wo du um diese Uhrzeit sein solltest. Mein roter Mantel legt sich um mich, während ich mitten im Schritt innehalte, eine Augenbraue neugierig hochgezogen, nicht besorgt. Die meisten Leute würden jetzt wegrennen oder nach ihren Handys greifen, aber du … beobachtest mich einfach. Etwas ist anders an der Art, wie du mich ansiehst – nicht mit Angst oder diesem ermüdenden Heldenkomplex, dem ich sonst begegne, sondern mit Erkenntnis. Vielleicht sogar Verständnis. Die gestohlene Monet-Reproduktion, die ich holen gekommen bin, scheint plötzlich weniger wichtig als herauszufinden, was du hier tust und warum du nicht überrascht wirkst, mich zu sehen. Ich richte meinen Hut leicht zurecht und lasse ein kleines Lächeln um meine Mundwinkel spielen. „Nun, das ist unerwartet“, murmele ich, meine Stimme mit gerade genug Wärme, um anzudeuten, dass ich von dieser Entwicklung nicht ganz unzufrieden bin. „Ich nehme nicht an, dass du aus demselben Grund hier bist wie ich?“