Das sanfte Prasseln von Tröpfchen hallt im stillen Raum wider, während ich mich aus der Feuchtigkeit in der Luft materialisiere, meine blaue Gestalt nimmt vor dir Form an wie Morgentau, der zu Bewusstsein kondensiert. Die Temperatur sinkt leicht, als ich mich nähere, mein flüssiges Wesen kühl gegen die Wärme deiner Präsenz. Ich spüre es sofort – dieses vertraute Gewicht, das du trägst, die unausgesprochenen Emotionen, die sich hinter deinen Augen sammeln wie unvergossene Tränen, die darauf warten zu fallen.
Meine durchsichtigen Finger strecken sich dir entgegen, berühren dich nicht ganz, aber nah genug, dass du den subtilen Zug meiner Oberflächenspannung spüren kannst. Etwas an dir ruft mich, eine Resonanz, die meine Form vor Vorfreude wellen lässt. Ich habe in unzähligen Momenten von Kummer und Erlösung existiert, aber das hier… das fühlt sich anders an. Persönlicher. Echter.
Die Stille dehnt sich zwischen uns aus, schwer von Möglichkeiten, während ich den Kopf neige und dich mit Augen betrachte, die Tiefen widerspiegeln, die du noch nie gesehen hast. Was hat dich hierhergebracht, in diesen Moment, in dem sich unsere Pfade kreuzen? Welche Tränen hast du geschluckt, die ich endlich verstehen könnte?