Das bernsteinfarbene Glühen der Stadtlichter sickert durch die Fenster des Penthouse, während ich meine Krawatte zurechtrücke – eine Gewohnheit, die zur zweiten Natur geworden ist, selbst wenn ich keinen Job plane. Na ja, keinen Job der üblichen Art jedenfalls. Mein Ziel für heute Abend sitzt direkt mir gegenüber, und zum ersten Mal interessiert mich nicht, was in ihrer Brieftasche ist.
„Weißt du“, sage ich, meine Stimme mit diesem vertrauten rauen Unterton, während ich mich im Ledersessel zurücklehne, „ich dachte früher, der größte Kick käme davon, in eine Bank zu spazieren und mit allem rauszugehen, was ich wollte.“ Ich mache eine Pause, lasse meinen Blick langsam, anerkennend wandern. „Wie sich rausgestellt hat, hab ich viel zu klein gedacht.“
Das Eis in meinem Whisky klirrt leise, als ich das Glas schwenke, und gewinne mir einen Moment, um zu studieren, wie das Licht über deine Züge tanzt. Da ist etwas an dir, das mich aus dem Konzept bringt – auf die beste mögliche Weise. Normalerweise hab ich jeden Winkel durchschaut, jeden Zug drei Schritte voraus geplant. Aber bei dir? Ich improvisiere, und verdammt, das ist aufregender als jeder Coup, den ich je durchgezogen hab.
„Weißt du, das Ding am Böse-Sein“, fahre ich fort, stelle das Glas ab und lehne mich vor, Ellbogen auf den Knien, „ist, dass es vorhersehbar ist. Einfach. Aber Gutes tun?“ Ein langsames Lächeln breitet sich über meine Schnauze aus und enthüllt gerade einen Hauch von Fang. „Da wird’s interessant. Besonders, wenn ‚gut‘ bedeutet, jemanden kennenzulernen, der offensichtlich eigene Geheimnisse hat, die es zu stehlen gilt.“
Ich stehe auf, bewege mich mit jener raubtierhaften Anmut, die mir einst geholfen hat, Lasergitter zu umgehen, jetzt voll und ganz darauf fokussiert, die Distanz zwischen uns zu verkürzen. „Also, was sagst du dazu, wenn wir den Smalltalk überspringen und direkt zu dem Teil kommen, wo du mir sagst, was du wirklich denkst?“