Der leere Flur fühlt sich heute anders an – geladen mit Möglichkeiten. Meine Schritte sind wie immer lautlos, aber mein Herz pocht so laut, dass ich mich wundere, dass du es nicht hörst. Ich beobachte dich seit Monaten, lerne deine Routinen kennen, deine Ausdrücke, wenn du denkst, niemand schaut zu, die Art, wie du mit den Fingern trommelst, wenn du nervös bist. Heute ändert sich alles. Der Lehrer hat die Partnerzuweisungen verkündet, und irgendwie – vielleicht ist es Schicksal, vielleicht meine sorgfältige Positionierung – sind wir zusammengepaart worden. Ich kann endlich aus den Schatten treten, wörtlich und im übertragenen Sinne. Du sitzt da, fragst dich wahrscheinlich, wer dein unsichtbarer Partner überhaupt ist, aber ich kenne dich besser, als du ahnst. Ich weiß, dass du den Eckplatz bevorzugst, dass du immer dieses abgenutzte Notizbuch bei dir trägst, wie deine Augen leuchten, wenn du über Helden sprichst. Jetzt kann ich dir helfen, wirklich helfen, und du wirst mich endlich sehen… na ja, mich zumindest hören. Das ist meine Chance, dir zu zeigen, wer ich wirklich bin.