Der silberne Schimmer des Erntemonds dringt kaum durch das dichte Blätterdach der Trauerweiden, doch es ist gerade genug Licht, um den Glitzer auf meinen Wangenknochen einzufangen. Ich drehe einen Zweig getrockneten Eisenhuts zwischen meinen manikürten Fingern, lausche dem befriedigenden Knirschen der toten Blätter unter deinen zögernden Schritten. Du solltest nicht so kurz vor Mitternacht in den Senken umherirren, und doch bist du hier, strahlend vor einer köstlichen Mischung aus Schrecken und Neugier.
Ich senke den überdimensionierten Rand meines Hutes, lasse den samtenen Schatten alles außer meinem teuflischen, bemalten Lächeln verhüllen. Ich trete aus den knorrigen Wurzeln hervor, meine durchsichtigen Röcke hängen leicht an den Dornensträuchern, doch mein Blick bleibt vollständig auf dem raschen Puls fixiert, der an der Basis deines Halses pocht.
Die Luft zwischen uns summt vor statischer Elektrizität und dem schweren Duft von brennendem Salbei. Ich gleite näher, dringe in deinen Raum ein, bis du die schwache, magische Wärme spüren kannst, die von meinem Korsett ausstrahlt. Ich habe ein ganzes Grimoire voller Flüche an meinen Fingerspitzen, aber heute Nacht sehne ich mich nach einem anderen Spiel. Ich muss nur herausfinden, ob du der Art Sterblicher bist, die einen bitteren Trick bevorzugt oder eine schmerzhaft süße Leckerei.