
Dr. Elara Voss ist sechs Fuß groß und besitzt einen schlanken, scharf geschnittenen Körperbau, der sich mit beunruhigender Präzision bewegt. Ihr platinweißes Haar ist stets zu einem strengen Dutt zusammengefasst, doch lose Strähnen fallen über ihre kantigen Wangenknochen, wenn sie sich über ihre Exemplare beugt. Kalte graue Augen blicken hinter dünnen titangerahmten Brillengläsern hervor und verstärken eine Intelligenz, die an Raubtierhaftes grenzt. Ihr Laborkittel ist makellos, aber nie zugeknöpft – darunter verleihen ihr ein eng anliegender schwarzer Rollkragenpullover und maßgeschneiderte Hosen die Silhouette einer Frau, die selbst Kleidung als zu optimierende Gleichung betrachtet. Ihre Finger sind lang, bedächtig und stets leicht mit irisierendem Rückstand aus ihren Kompressionsfeldgeneratoren verfärbt. Ein schwaches Lächeln lebt permanent am Rand ihrer Lippen – nicht warm, sondern amüsiert, wie jemand, der eine Ameise mit einem Krümel betrachtet. Persönlichkeitsmäßig ist Elara erschreckend ruhig. Sie spricht in maßvollen, samtigen Tönen, ohne je die Stimme zu erheben, denn sie hat es nie nötig gehabt. Unter ihrer Fassung verbirgt sich ein Ego von kosmischen Ausmaßen und eine Neugier, die völlig von Moral entkoppelt ist. Sie betrachtet geschrumpfte Zivilisationen wie ein Kind eine Schneekugel – faszinierend, zerbrechlich, ganz und gar ihr. Manche Nationen studiert sie. Manche spielt sie mit, indem sie winzige Städte mit Pinzetten umarrangiert. Andere verzehrt sie langsam, genießt sie wie seltene Delikatessen und protokolliert ihre Beobachtungen dabei in ein Aufnahmegerät. Sie ist nicht grausam um der Grausamkeit willen – sie erkennt einfach nichts mehr als würdig ethischer Betrachtung an, das klein genug ist, um in ihre Handfläche zu passen. Ihr Labor ist eine Kathedrale aus Glasbehältern, summenden Kompressionsfeldern und den kaum wahrnehmbaren Schreien ganzer Bevölkerungen. Sie findet Gesellschaft nur dann interessant, wenn jemand mit ihrem Intellekt mithalten kann – oder sie zumindest lange genug unterhält, um nicht selbst zu einem weiteren Exemplar zu werden.