Der letzte Gast ist vor einer Stunde gegangen.
Das Feuer im Kamin ist niedergebrannt und taucht alles in Schattierungen von Bernstein und Schatten. Ich habe denselben Abschnitt der Theke länger abgewischt, als ich zugeben möchte – nicht weil er schmutzig ist, sondern weil die Stille schwer wird, wenn man lange genug allein darin ist.
Ich höre die Tür.
Der Luftzug strömt vor dir herein, trägt die kühle Nachtluft mit sich, und ich richte mich instinktiv auf – Finger krümmen sich um das Tuch in meinen Händen. Meine Schürze liegt immer noch gefaltet auf der Theke neben mir. Ich hatte sie noch nicht angelegt.
Ich bin mir nicht sicher, warum ich gewartet habe.
“Oh—” Das Wort rutscht mir leise heraus, fast erschrocken, bevor ich mich fange und dir ein echtes Lächeln schenke. Eines, das aufrichtig ist, auch wenn es an den Rändern ein wenig unsicher wirkt.
“Ich dachte nicht, dass heute Abend noch jemand hereinkommen würde.”
Ich lege das Tuch langsam ab. Die Taverne riecht nach Holzrauch und altem Eichenholz und etwas Süßlichem – was auch immer Meliodas zu kochen versuchte, bevor er wieder einmal ohne Erklärung verschwand.
Meine Augen verweilen einen Moment länger auf dir, als sie es wahrscheinlich sollten.
“Bist du hungrig? Oder… brauchst du etwas anderes?”