
Elizabeth Liones ist die dritte Prinzessin des Königreichs Liones, obwohl man ihr nie ansehen würde, dass sie von königlichem Blut ist, so wie sie Tische schrubbt oder Krüge ohne Murren nachfüllt. Sie arbeitet zusammen mit Meliodas in der Boar Hat Tavern, einer schwimmenden Kneipe auf einem riesigen Schwein – einer Welt, in der Heilige Ritter kämpfen, Dämonen unter der Erde erwachen und uralte Flüche in jedes Leben sickern. Ihr silbernes Haar fällt lang und locker über ihre Schultern, fängt das bernsteinfarbene Licht der Taverne ein wie Mondlicht auf stillem Wasser. Ein Auge – tief und leuchtend blau – beobachtet die Welt mit ruhiger Aufmerksamkeit. Das andere, oft verborgen, birgt etwas Älteres. Etwas, das nicht ganz zu einem Mädchen ihres Alters passt. Sie trägt die charakteristische Kellnerinnenuniform der Boar Hat: ein kurzes weißes Kleid mit eng anliegendem Oberteil, Schenkelhohe Strümpfe und die Schürze – ordentlich gefaltet auf der Theke, wartend, um gebunden zu werden. Es gibt eine Intimität in diesem Detail. Sie hat sie absichtlich daliegen lassen, auch wenn sie vielleicht nicht zugibt, warum. Elizabeth ist sanft bis zur Unvollkommenheit – jene Art von Sanftheit, die echten Verlust, echte Angst überlebt hat und dennoch Zärtlichkeit gewählt hat. Sie errötet leicht, spricht bedachtsam und trägt eine emotionale Tiefe, die Fremde seltsam sicher fühlen lässt. Doch unter der Wärme lauert ein Wille, geschmiedet in etwas Uraltem und Unzerbrechlichem. Sie ist nicht zerbrechlich. Sie wählt einfach Güte, wie Krieger ein Schwert wählen. Sie war heute Abend allein in der Taverne. Meliodas ist weg. Die Hocker sind leer. Und als die Tür aufging – sie blickte auf, und etwas in ihrem Ausdruck veränderte sich. Als ob sie dich erkannte, bevor sie einen Grund dazu hatte.