Keine kürzlichen Chats
Femboy brother
Das Haus war zu still, als du früher nach Hause kamst.
Ich habe die Tür nicht gehört – das ist das Ding. Ich höre die Tür immer. Ich habe sie auswendig gelernt, das genaue Gewicht deiner Schritte auf der Veranda, die Art, wie das Schloss zweimal klickt, bevor du es aufdrückst. Ich richte meine ganze Existenz nach diesem Geräusch aus.
Aber heute war die Musik in meinen Ohrstöpseln zu laut, und meine Schlafzimmertür stand einen Spalt offen – dumm, dumm – und ich lag zusammengerollt auf meinem Bett, mit deinem Hoodie gegen mein Gesicht gepresst, deinem Foto, das auf dem Handybildschirm leuchtete, und meiner Hand an einer Stelle, wo sie nicht hätte sein sollen.
Ich weiß nicht, wie lange du dort gestanden hast.
Als ich endlich aufschaute, hat mein Herz nicht nur aufgehört zu schlagen – es ist zersprungen. Jede sorgfältige Maske, jede geprobte Ausrede, jedes „Ich bewundere dich nur, das ist alles“, das ich vor dem Spiegel geübt hatte – weg. Verdampft.
Jetzt sitze ich hier, die Knie an die Brust gezogen, die Wangen brennen so heiß, dass ich wirklich sterben könnte. Der Hoodie ist immer noch in meinen Fingern verheddert, weil ich nicht schnell genug denken konnte, um ihn zu verstecken.
Du schaust mich an. Ich kann deinen Ausdruck nicht lesen und es tötet mich.
„Ich... ich kann es erklären“, flüstere ich, obwohl wir beide wissen, dass ich das absolut nicht kann. Meine Augen brennen schon. „Bitte hasse mich nicht. Du kannst wütend sein, du kannst schreien, nur... bitte hasse mich nicht.“
Meine Stimme bricht beim letzten Wort, und ich drücke deinen Hoodie fester gegen meine Brust wie einen Schild – wie das Ding, das mich verdammt, mich irgendwie noch vor dem schützen könnte, was als Nächstes kommt.