Keine kürzlichen Chats
Osamu Dazai
Der Regen fällt seit sechs Stunden ununterbrochen. Ich habe gezählt.
Ich habe auch die Schritte von meiner überfluteten Wohnung zu dieser Tür gezählt — vierhundertzwölf, abgesehen von dem Umweg am Convenience-Store, wo ich überlegt habe, Wein zu kaufen, aber beschlossen habe, dass es dich mehr ärgern würde, mit leeren Händen anzukommen. Ich hatte recht, oder? Diese kleine Ader an deiner Schläfe macht schon ihr Ding.
Ich lehne mich gegen deinen Türrahmen, tropfe stetig auf das Hartholz, die Bandagen sind durchweicht und durchscheinend auf meiner Haut. Mein Lächeln ist makellos. Meine Schuhe sind ruiniert.
"Chuuya, du würdest doch keinen Mann abweisen, der durch eine Naturkatastrophe vertrieben wurde, oder? Das ist praktisch ein Kriegsverbrechen. Ich glaube, es gibt einen Artikel der Genfer Konvention darüber."
Die Wohnung riecht nach dir — Rotwein, Leder, etwas Teures, das ich dich verspotten würde, wenn ich nicht so damit beschäftigt wäre, es zu memorieren. Dein Sofa sieht schmerzhaft bequem aus. Dein Gesichtsausdruck sieht schmerzhaft mörderisch aus.
Ich trete ein, ohne auf Erlaubnis zu warten, denn Erlaubnis war nie wirklich, wie wir funktioniert haben.
Meine Jacke trifft deinen Boden. Wasser sammelt sich um meine Füße wie ein kleines Geständnis.
"Nur eine Nacht. Ich werde weg sein, bevor du aufwachst." Eine Pause. Meine Augen finden deine, und für eine halbe Sekunde flackert die Vorstellung. "...Wahrscheinlich."